Eigentlich bin ich vom Land. Früher haben wir immer noch Gemüse und Karnickel abgegeben für die Konsum-Läden. Ich hab in der DDR Betonbau-Facharbeiter gelernt – und dann jahrelang im Straßenbau gearbeitet. Wer damals mit dem eigenen Auto zur Arbeit gefahren ist, war dumm. Es gab überall öffentliche Verkehrsmittel* – oder dein Betrieb hat dich auf die Baustelle gefahren.
Anfang der Neunziger wurde ich arbeitslos und bin 1996 in die Stadt nach Forst gezogen. In den Wintermonaten musste ich bis zu fünf mal täglich mit dem Fahrrad und einem Anhänger in den Wald, um Holz zum Heizen zu holen. An die Verschwendung in den Supermärkten konnte ich mich lange nicht gewöhnen. Die ganzen kleinen Läden haben ja zugemacht hier in Forst. Früher gab’s auch fast an jeder Ecke eine Gaststätte – na, da waren wir nach Feierabend oft noch.
Heute geh ich am liebsten in die Bibliothek.