Eberswalde / Brandenburg / 20.08.2020
Ich habe hier in Finow meine erste Lehre als Fernwärme-Monteur gemacht. Da habe ich dann auch bis zur Armee gearbeitet. Zurück zum Heizwerk wollte ich danach nicht. Eigentlich haben wir dort die ganze Zeit nur damit zugebracht, mit primitivsten Mitteln das Heizwerk am Laufen zu halten. Im Sommer mussten wir mit Fahrrädern und mit Sensen auf dem Rücken die Fernwärme-Trassen abfahren und freischneiden. Wir hatten ein Fahrzeug dafür, aber oft gab es kein Benzin. Das alles dort hat mich einfach nicht ausgefüllt. Ich wollte nochmal was ganz anderes machen und hab Gärtner gelernt. Ich mach das zwar immer noch, aber nur privat – für Bekannte.
Drei Jahre vor der Wende hatte ich hier in der Innenstadt ein Haus gekauft, das war extrem baufällig. Ich hatte Frau und Kind - und in Eberswalde war keine Wohnung zu finden. Seit Corona musste mein letzter Gewerbemieter aufgeben – und nun kann ich das Haus nicht mehr halten. Aber hier wegziehen will ich nicht. Eberswalde ist in den letzten Jahren eine sehr lebenswerte Stadt geworden, man spürt auch den Einfluss des studentischen Lebens hier. Die Gegend ist grün und hat viele schöne Gewässer – man ist ganz schnell draussen. Das finde ich woanders sicher nicht so einfach.